CDU-Teilfraktion sprach vor Ort mit Landwirten

Hans Andresen und Mitglieder der CDU-Teilfraktion im "Marschcafé"

Am 11.März 2009 trafen sich die CDU-Fraktionsmitglieder des Kreis-Umweltausschusses im „Marsch-Café“ in Haselau-Hohenhorst mit Landwirten und Obstbauern, um sich über die besonderen Probleme der Landwirtschaft in den Pinneberger Elbmarschen zu informieren.
Teilnehmer der Gesprächsrunde waren neben den Ortsbauernvorstehern aus Haseldorf und Haselau, Thomas Wilkens und Johann Wulff, der Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau in Schleswig-Holstein, Wilfried Plüschau, sowie die Landwirte Thomas Körner und Marten und Diedrich Plüschau. Als weiterer Gast konnte der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann begrüßt werden. Das intensive und konstruktive Gespräch drehte sich zunächst um Fragen der Dioxinbelastung des Bodens. Alle Beteiligten waren sich einig, dass es sich aufgrund von Untersuchungen in verschiedenen Kreisen Schleswig-Holsteins sowie in anderen Bundesländern um ein bundesweites Problem handelt und nicht um ein spezielles Problem der Haseldorfer Marsch.

Ein tiefes Umpflügen des Bodens von 50cm und mehr wurde erörtert, sowie dessen Vor- und Nachteile. Besorgt äußerten sich Landwirte und Obstbauern über die geplanten Industrieanlagen in Stade-Bützfleth. Die Haseldorfer Marsch liegt in der Haupt-Windrichtung und trotz der geplanten Filteranlagen ist es erforderlich, dass ständige Messungen nicht nur am Schornstein der geplanten Kraftwerke, sondern vor allem auch hier in der Elbmarsch vorgenommen werden. (Emissionen und – noch wichtiger - Immissionen messen).
Viele Landwirte bewirtschaften als Pächter Flächen, die sich im öffentlichen, bzw. im vergleichbaren Besitz (z.B. im Besitz der Stiftung Naturschutz) befinden. Die Landwirte erläuterten, dass sie infolge von restriktiven Bewirtschaftungsauflagen nicht so wirtschaften können, wie es angebracht und vernünftig wäre. Das Wassermanagement im Zwischendeichgebiet mit dem künstlich hohen Anstau des Wassers führt dazu, dass die Böden von den Landwirten nur schwer bearbeitet werden können. Da Schadstoffe dem Erdreich anhaften, führt ständige Nässe dazu, dass Rinder und Schafe auf den Weiden mehr Schadstoffe aufnehmen, als es bei normalem Wasserstand der Fall wäre. Hier muss angesichts der erhöhten Dioxinwerte ein sofortiges Umdenken im Wassermanagement erfolgen, es muss dringend geändert werden.

Die Landwirte sprachen auch die Vorschriften für das Schleppen auf Böden an, so werden beispielsweise Maulwurfshaufen eingeebnet, die sich über Winter zahlreich gebildet haben. Für diese Boden-Bewirtschaftungsmaßnahme ist vom amtlichen Naturschutz ein enges Zeitfenster vorgesehen, dies muss den jeweiligen Gegebenheiten flexibel angepasst werden. Wenn es wie in diesem Jahr wochenlang geregnet hat, ist ein Befahren der Felder mit Treckern derzeit unmöglich und zeitliche Vorgaben können nicht eingehalten werden.
Die Gesprächsteilnehmer vereinbarten, dass weitere Gespräche folgen sollen.

12.03.2009
Kai Feuerschütz
Pressesprecher der CDU-Kreistagsfraktion
Fotos: E.J.Herrmann