Debakel für die SPD - großer Sieg für CDU
Der große Sieger des Super-Wahlsonntags heißt im Kreis Pinneberg CDU. Die Christdemokraten gewannen alle Wahlkreise direkt.
PINNEBERG. Debakel für die SPD im Kreis Pinneberg. Sowohl bei der Bundestags- als auch bei der Landtagswahl mussten die Genossen große Verluste einstecken. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Ole Schröder deklassierte seinen Kontrahenten von der SPD, Dr. Ernst Dieter Rossmann. Bereits zum zweiten Mal nach 2005 musste sich der Elmshorner geschlagen geben. Vor vier Jahren hatten sich Routinier Rossmann und der junge Schröder noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Diesmal fiel das Ergebnis deutlich zugunsten des Christdemokraten aus. Mehr als 14 000 Stimmen Vorsprung holte Schröder heraus. Er erzielte nach Auszählung von 54 von 56 Gemeinden 42,3 Prozent der Stimmen. Rossmann kam auf 30,5 Rozent.
Schröder freute sich: "Ich bin hochzufrieden. Das ist ein historischer Sieg für die Kreis-CDU." Der aus Rellingen stammende Abgeordnete wertete den Erfolg auch als Ergebnis eines engagierten Wahlkampfes. "Noch nie habe ich die CDU hier im Kreis so motiviert erlebt", sagte Schröder.
Rossmann zieht aber auch als Unterlegener in den Bundestag ein. Er ist über Platz eins der Landesliste abgesichert. "Das Ergebnis ist ein Schlag ins Kontor", sagte Rossmann in einer ersten Stellungnahme. Es gebe keine Dankbarkeit in der Politik, resümierte der sichtlich enttäuschte Sozialdemokrat. Dennoch will er nicht resignieren. "Ich werde mich weiterhin als Abgeordneter im Bundestag wie bisher für den Kreis Pinneberg einsetzen", kündigte er an.
Ob Dr. Valerie Wilms (Bündnis 90/Die Grünen) als Dritte im Bunde ebenfalls in den Bundestag einzieht war gestern bis in den späten Abend unsicher. Sie steht auf Platz drei der Landesliste der Nord-Grünen. Ihr Einzug in das Bundesparlament hängt vom Gesamtergebnis und der Zahl der Abgeordneten ab, die die Nord-Grünen nach Berlin entsenden dürfen. Ein Ergebnis knapp über zehn Prozent könnte reichen.
Auch bei der Landtagswahl erlebten die Sozialdemokraten ihr Waterloo. Der bisherige Landtagsabgeordnete Thomas Hölck (SPD) verlor im Wahlkreis 27 - Pinneberg-Elbmarschen - gegen Neuling Barbara Ostmeier (CDU). Während Hölck gerade einmal 30,7 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, erzielte Ostmeier 40,8 Prozent.
Das ehemals rote Elmshorn wird schwarz. Dr. Michael von Abercron (CDU) setzte sich deutlich gegen die bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Siegrid Tenor-Alschausky durch. Von Aber cron kam nach Auszählung von neun der zehn Gemeinden im Wahlkreis 25 auf 39 Prozent. 28,8 Prozent wählten Tenor-Alschausky.
Wenig überraschend indes war der Sieg von Peter Lehnert im Landtagswahlkreis 26 - Pinneberg-Nord. Nachdem 24 von 25 Gemeinden ausgezählt waren, kam er auf 43,2 Prozent. Wolfgang Kruse (SPD) vereinigte 25,7 Prozent der Stimmen auf sich.
Mit Spannung erwartet wurde das Duell im Wahlkreis 28: Pinneberg. Dort trat der SPD-Landtagsabgeordnete Bernd Schröder gegen den aus Appen stammenden Umweltminister Dr. Christian von Boetticher (CDU) an. Nach Auszählung von zwei der drei Gemeinden lag von Bötticher vorn. Er kam auf 37,3 Prozent, Schröder auf 30,5 Prozent.
Nach Auszählung von 55 der 56 Gemeinden bei der Bundestagswahl gaben die Kreis Pinneberger der CDU 33,8 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD kam auf 25,8 Prozent, die FDP erzielte 16,9 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen kamen auf 12 Prozent und Die Linke erhielt 7,4 Prozent der Stimmen. Die Ergebnisse aus Elmshorn lagen bei Redaktionsschluss nicht vor.
Vor vier Jahren ging die SPD noch als stärkste Kraft im Kreis Pinneberg aus der Bundestagswahl hervor. Sie lag mit 37,4 Prozent der Zweitstimmen vor der CDU, die auf 36,8 Prozent kam. Bereits bei der Landtagswahl 2005 kehrte sich das Kräfteverhältnis um.
Pinneberger Tageblatt
28. September 2009 | 00:10 Uhr | von Charlotte Krämer, Nicola Rochlitz und Thomas Klink